Kopierschutz und Buchpreisbindung

Falls alle gekauften eBooks sind mit dem ungeliebten DRM-Kopierschutz versehen. Während ein gedrucktes Buch beliebig oft verliehen, weiterverschenkt oder sogar wieder weiterverkauft werden kann, kontrolliert das “Digitale Rechtemanagement” (DRM) die Einhaltung strenger Regeln: “Sie können bis zu sechs Computer oder mobile Geräte aktivieren und geschützte PDF-Dokumente gemeinsam auf ihnen verwenden”, heißt es im Onlineshop von Thalia. Der Börsenverein hingegen befürwortet das Verleihen im Freundeskreis, mithilfe eines digitalen Wasserzeichens in den elektronischen Büchern sollen aber die ursprünglichen Käufer identifiziert werden, falls eine Datei in einer Internettauschbörse auftaucht. Der Kopierschutz für E-Books bleibt ein spannendes Thema. Zur Einführung der elektronischen Bücher kündigte der Buchhandel massenhaft Klagen gegen Raubkopierer an. “Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen” und “die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. “Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt.” Sie neige zur Bagatellisierung dieses “organisierten Verbrechens”. Um die Internetnutzer, die sich strafbar machen, ausfindig zu machen, solle “der Auskunftsanspruch auf den konkreten Namen des illegalen Down- oder Uploaders” genutzt werden, sagte Skipis. Bevor ein Strafverfahren eingeleitet wird, solle der Nutzer ein oder zwei Verwarnungen per eMail erhalten.

Darüberhinaus streitet die eBook-Branche darüber, ob für eBooks auch in Deutschland die Buchpreisbindung gelten soll. Was allerdings nicht heißen muss, dass eBooks genauso teuer verkauft werden wie herkömmliche Bücher. Allerdings gehen die deutschen Verleger sehr konservativ vor bei der Preisgestaltung. Der Geschäftsführer der Landesstelle Berlin-Brandenburg des Börsenvereins, Detlef Bluhm, ist jedoch der Meinung, daß es betriebswirtschaftlich wahnsinnig wäre, eBooks preiswerter als herkömmliche Bücher anzubieten. Zwar spart man den Prozess der körperlichen Herstellung, hat bei eBooks durch Digitalisierung und Server eine andere Kostenstruktur. Es könnte allerdings schwierig werden, diese Kosten dem Kunden zu vermitteln. So verdankt Apples digitaler Musikshop iTunes seinen riesigen Erfolg auch den Preisen, die konsequent unter denen von physischen Datenträgern liegen.

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  1. [...] macht, sondern versuchen ihr Angebot attraktiver als das der  Piraten zu gestalten. Immer neue Kopierschütze werden immer wieder geknackt und führen nur zu Verunsicherung und Einschränkung der ehrlichen [...]