Google Editons-Google wird eBook Händler

Auf der Konferenz „Tools of Change“ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gab Google-Managerin Amanda Edwards Details über den Vertrieb von eBooks bekannt: Google Editions wird ein Online-Store für eBooks. Wie das Börsenblatt berichtete, ist die Idee von Google Edition, dass registrierte Kunden ihre eBooks in einer webbasierten, persönlichen Bibliothek sammeln und verwalten können. Dies ist allem Anschein nach der erste Schritt von Google, das Projekt Google Books zu monetarisieren.
Der Startschuss für Google Editions soll im ersten Halbjahr 2010 fallen und zum Start ein Angebot zwischen 400.000 und 600.000 eBooks haben. Diese können dann via Google Checkout direkt bei Google bestellt werden, jedoch erfolgt die Kaufabwicklung direkt oder über einen Zwischenhändler. Verlage, die am Partnerprogramm von Google Editons teilnehmen, bekommen einen Anteil von 45% der Einnahmen, der größere Teil von 55% verbleibt beim Suchmaschinengiganten.
Die eBooks können über einen normalen Webbrowser auf die meisten eBook-Reader sowie auf PCs, Smartphones oder anderen mobilen Endgeräten geladen werden. Google tritt mit seinem Projekt in Konkurrenz zum Amazon Kindle, der Texte ausschließlich aus dem Amazon Kindle Store laden kann, dem gerade gelaunchten Txtr Store des Berliner Unternehmens Txtr oder dem Sony Store, in dem mittlerweile auch mehr als 100.000 eBooks angeboten werden. Ob und wenn ja mit welchen eBook-Reader-Anbietern Google zukünftig zusammenarbeiten will, gab das Unternehmen noch nicht bekannt.
Nach Angaben von Google wurden bisher rund 30.000 Partnerschaften weltweit abgeschlossen, darunter mehr als 9.000 mit europäischen Verlagen. Bei Google Books wurden bisher mehr als zwei Millionen Bücher eingescannt und im Internet veröffentlicht – bei urheberrechtlich geschützten Werken meist auf einige Seiten mit dem Suchbegriff begrenzt.