Dan Brown beschert Rekord-Erlöse

Dan Browns eBook “The Lost Symbol” hat dem digitalen Buchgeschäft Rekordumsätze beschwert. Wie das US-Unternehmen Random House meldet, stiegen die eBook-Umsätze im ersten Halbjahr 2009 um mehr als 400%.

Die Dan Brown eBook-Version macht mit ca. 5% nur einen kleinen Teil aller Buchabsätze von “The Lost Symbol” aus. Doch welchen Einfluss die Digitalisierung der Bücher hat, zeigt die enorme Umsatzsteigerung: allein die Titel aus dem Amazon Kindle Store bescheren einen Zuwachs um knappe 700% auf 22,6 Millionen US-Dollar. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lieferten die Kindle Umsätze lediglich 2,9 Millionen US-Dollar zum Random House Gesamtergebnis.

<via buchreport.de>

US-Autoren publizieren exklusiv bei Kindle&Co

Eigene Wege schlagen derzeit zahlreiche US-Autoren neue Wege ein. Die Allianz aus mehreren im Book-View-Cafe-Blog (BVC) organisierten Schriftsteller kehrt dem klassischen Verlagsgeschäft den Rücken und vermarktet seine Bücher direkt, z. B. über Amazons Kindle oder das Sony-Reader Programm. Die Gruppe, die sich auf Twitter als “Twenty-plus professional authors offering free online reads and more” beschreibt gehöhren renommierte Autoren wie Ursula K. Le Guin, Vonda N. McIntyre sowie Bestseller-Kandidaten wie Sarah Smith und Laura Anne Gilman – alle vorwiegend aus der Science Fiction Szene.

Da die Honorare für Autoren trotz sinkender Herstellerkosten für eBooks nicht steigen, versucht die BVC-Gruppe eine Stufe in der Wertschöpfungskette auszulassen und publiziert seine Titel über eine ePublishing Plattform selbst. Die Arbeit der Verlage wird außen vor gelassen. „Die E-Publishing Infrastruktur steht inzwischen. Wir BVC-Autoren haben sowohl Inhalte als auch die nötige Erfahrung um davon vollständig zu profitieren“, erklärt die Projektmanagerin und Autorin Sarah Zettel. Zu Beginn haben die Autoren eine Anthologie unter dem Namen „Rocket Boy and the Geek Girls“ exklusiv für den Amazon Kindle vorgelegt.

Auch für deutsche Autoren dürfte dieses Direktvermarktungsmodell interessant werden. In Deutschland sind bei Hardcoverausgaben Honorare von acht bis zehn Prozent des Nettoladenpreises üblich, bei Taschenbüchern gibt es acht Prozent erst ab einer Auflage von 100.000, schreibt Ansgar Warner von e-book-news.de. Bei eBooks sieht die Gewinnspanne für die Autoren deutlich besser aus. Amazon gibt 50% seines Gewinns an die Schriftsteller ab, dies ist für Autoren durchaus lukrativer.

Amazon Kindle eBook-Store: Mai

Nicht zuletzt durch die Ankündigung des Kindle DX boomt das eBook Geschäft im Kindle Store bei Amazon. Anfang März waren im Amazon Kindle Store ca. 242.000 eBooks erhältlich.

  • Am 18.05.2009 sind dies schon 285.024 eBooks
  • Innerhalb von 80 Tagen kamen 43.000 neue eBooks im Kindle-Store dazu
  • Für Kindle Nutzer bedeutet diese einen Zuwachs von durchschnittlich 538 neuen Kindle Büchern am Tag
  • Hält man diesen Zuwachs konstant, können auf dem Kindle 2 oder Kindle DX am Ende des Jahres über 411.000 eBooks gelesen werden.
  • Die 300.000er Marke wird Mitte Juli durchschritten, die 400.000er eBook Marke wird wohl erst im Dezember erreicht werden.
  • Über 50% der verfügbaren Kindle-eBooks sind Sachbücher, nur ca. 40% entfallen auf den Bereich Belletristik.

Wir verfolgen gespannt die Entwicklung des eBook Marktes und werden sehen, ob diese Vorhersagen eintreffen werden. Die große Anzahl an neuen eBooks jeden Tag verdeutlich den Trend – eBooks nehmen einen wichtigen Stellenwert in der Zukunft ein.